• Podcasts: Mehr aus den Shownotes-Informationen machen

    Kurzfassung

    Um die Informationen in Podcast-Shownotes besser in mein Wissensmanagement zu integrieren, nutze ich Evernote. Zwei Möglichkeiten:

    1) Alle Episoden eines Podcasts per IFTTT-Recipe (RSS zu Evernote, muss selbst erstellt werden) automatisch als Notiz importieren.

    2) Ich gehe den Umweg über Feedly, wo ich Podcasts abonniere und für mich relevante Episoden direkt nach Evernote in eini eigenes Notizbuch teile.
     

    Langfassung

    Podcasts sind für mich im Laufe der vergangenen Jahre zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. Sowohl die „echten“ Podcasts, die meist von Privatpersonen produziert werden und oft eher Nischenthemen – diese aber in einer unglaublichen Detailfülle – behandeln, als auch die Radio-Konserven, die zahlreiche öffentlich-rechtliche Sender online zweitverwerten, werden meinem bevorzugten Medienkonsum sehr gerecht: Ich höre sie gern, wenn ich unterwegs bin, abends, wenn der Fernseher ohnehin ausgeschaltet bleibt, oder eben immer sonst, wenn die Gelegenheit dafür passend ist. Podcasts sind kein Massenmedium und die Zahl der HörerInnen ist vergleichsweise überschaubar (wohl nicht mehr als 100.000 insgesamt in Deutschland). Umso höher ist es den PodcasterInnen anzurechnen, dass sie ihr zumeist sehr treues Publikum mit großem Engagement informieren und unterhalten.

    Viele PodcasterInnen reichern ihre Audio-Produktionen mit Texten an. In Stichworten – den „Shownotes“ – wird im Blogpost, mit dem eine Podcast-Episode veröffentlicht wird, der Inhalt wiedergegeben, es werden ergänzende Links genannt oder relevante Quellen aufgeführt. All das sind Informationen, die ich gern in mein persönliches „Wissensmanagement“ integriere. Denn so informativ die Episoden selbst auch sind, sie haben (bislang noch) ein großes Manko: Audio-Dateien sind nicht durchsuchbar wie beispielsweise Texte. Das bedeutet, dass es schwierig ist, einzelne Passagen, Zitate oder Erwähnungen in einer Podcast-Episode wieder aufzufinden. Wer wie ich recht viele Podcasts „konsumiert“ und auch gern zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die dort publizierten Informationen zurückgreifen möchte, für den sind die Shownotes also eine wichtige Informationsquelle.

    Aber wie greift man darauf sinnvoll zu?

    Ich nutze seit vielen Jahren Evernote für mein Wissensmanagement. Dort sammle ich alles, was für mich relevant ist – von Website-Links über eigene Notizen, Dokumenten (PDFs sind durchsuchbar), Meeting-Agendas, Veranstaltungsprogrammen und Blogartikeln bis hin zu eben: Shownotes. Das funktioniert auf unterschiedliche Weise, wobei sich für mich die Zweite der hier genannten Methoden als die Geeignete herausgestellt hat:

    1) Die Plattform IFTTT ermöglicht es, bestimmte wiederkehrende Vorgänge im Internet zu automatisieren. So ist es beispielsweise möglich, dort einen RSS-Feed zu abonnieren (über einen solchen werden neue Podcast-Episoden publiziert bzw. Programme wie Podcatcher o.ä. werden über die Publikation informiert) und automatisiert aus jeder neuen Episode eine Notiz in Evernote zu erstellen. Das bedeutet: Wenn der oder die PodcasterIn im Blogpost mit der neuen Episode Shownotes veröffentlicht, werden diese automatisch in einem Evernote-Notizbuch gespeichert und sind somit innerhalb meiner „zentralen Wissensdatenbank“ vorhanden und auch durchsuchbar. Praktische Sache, die Shownotes sind genau dort, wo ich sie haben möchte.

    2) Ich wähle für meinen Workaround einen kleinen Umweg. Als Feedrwader für Blogs nutze ich Feedly – und genau dort habe ich auch die mich interessierenden Podcasts abonniert. Feedly lässt sich – zumindest bei der Pro-Version, bei der anderen bin ich mir nicht sicher – direkt mit Evernote verknüpfen. So kann ich mit einem Mausklick jeweils die Episode, die für mich relevant ist, in Evernote abspeichern (inklusive der Shownotes, versteht sich), und alle anderen ignoriere ich einfach. Ein weiterer Vorteil der Feedly-Variante ist, dass sich die Episoden von dort aus auch problemlos als Empfehlung an Dritte weiter teilen lassen, etwa via Twitter, E-Mail oder Facebook.

    Natürlich ist das eine kleine „Doppelstruktur“, denn zusätzlich abonniere ich alle Podcasts in einem Podcatcher (bei mir: Pocket Casts), mit dem ich die Episoden anhöre. Allerdings schadet dieses Zweigleisige auch nicht, denn im Podcatcher tummeln sich weitaus mehr Podcasts als bei Feedly – denn manche Dinge hört man eben auch „nur“ zur Unterhaltung, sie sind aber nicht unbedingt für spätere Recherchen o.ä. relevant und landen daher auch nicht in meinem Evernote-Notizbuch.
     
     
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    3 Okt 2015 / Harald Link / 0

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