Corporate Design – man sollte Sie wiedererkennen!
11.02.2009 | von Harald Link | Kategorie: PolitikAus aktuellem Anlass möchte ich heute auf das Thema Corporate Design eingehen. Aktuell deshalb, weil ich gestern auf die Internetseite einer jungen Bundestagsabgeordneten gestoßen bin. Gestaltet war die Seite in den Farben Violett, Rosa und Magenta, das Ganze war zusätzlich mit Blumenranken “verziert”. Sicher ist es wichtig, mit einem Internetauftritt auch jüngere Wählerinnen und Wähler anzusprechen. Aber im Look eines Poesiealbums? Lieber nicht!
Achten Sie bei der Gestaltung Ihres Internetauftritts – und Sie brauchen einen, das steht außer Frage – auf eine Einbindung in das Corporate Design Ihrer Partei. Wir erinnern uns: Wichtig im Wahlkampf ist es, Kontakte zu potenziellen Wählern zu schaffen und diese möglichst oft zu wiederholen. Dazu ist es unerlässlich, dass Sie wiedererkannt werden. Sie und Ihre Partei. Die Nutzer des Internets sind mittlerweile verwöhnt. Daher gilt auch für Ihre Website: Qualität ist Pflicht. Beauftragen Sie einen Profi mit der Gestaltung und nach Möglichkeit auch einen, der sich um die Formulierung der Texte kümmert.
Zur Bildsprache: Bilder spielen im Wahlkampf eine entscheidende Rolle. Überlegen Sie sich, welche Inhalte Sie mit den von Ihnen verwendeten Bildern illustrieren möchten. Wofür stehen Sie? Was sind Ihre Themen? Wen wollen Sie ansprechen? Daraus ergibt sich die Motivauswahl. Ein Außenpolitiker kann auf das beliebte Motiv “Kind auf dem Arm” verzichten, ein Sozialpolitiker eher nicht. Wählen Sie für Ihre Kleidung gedeckte Farben, ohne jedoch mausgrau zu erscheinen. Akzente, die Sie mit einem Schal, einem Tuch, einer Krawatte (oder mit dem berühmten gelben Pullover) setzen, können Sie gut zu einem Markenzeichen ausbauen. Aber bitte nicht überstrapazieren, sonst gleiten Sie ins Karikaturhafte ab (“… das ist doch der mit der roten Fliege – wie heißt der nochmal?”.
Beauftragen Sie für Ihre Porträts einen Profi. Lassen Sie sich nach Möglichkeit bei einigen Terminen von einem Fotografen begleiten und besprechen Sie vorab, welche Motive zu erwarten sind und welche Bildmotive Sie benötigen. Suchen Sie für diese Bilder den Kontakt zu Menschen, der “einsame Arbeiter am Schreibtisch” wirkt wenig agil. Immer vorteilhaft sind Aufnahmen, die Sie im Gespräch mit bekannten Größen Ihrer Partei oder mit Prominenten zeigen. Im Gespräch! – das gestellte “Nebeneinander” mit einem Lächeln für die Kamera ist zu statisch.
Wählen Sie einige wenige Aufnahmen, die Sie in Ihrer gesamten Kampagne verwenden. Das Porträt auf dem Wahlplakat sollte in Ihrer Broschüre oder der Zeitungsanzeige wieder erscheinen. Man soll Sie schließlich wiedererkennen.
Und noch ein Hinweis, der insbesondere bezüglich des Internets wichtig ist, sei erlaubt. Denn das Internet vergisst selten etwas. Wenn sich also auf irgendeiner Website Bilder des geselligen Ausflugs Ihres Kegelclubs oder von der wilden Party aus Studentenzeiten befinden: Überlegen Sie sich, ob Sie nicht dafür Sorge tragen möchten, dass diese Bilder entfernt werden. Das ist zwar manchmal nicht einfach und setzt Vertrauen in den Betreiber der jeweiligen Seite voraus. Aber es ist allemal besser, Sie kümmern sich rechtzeitig um Bilder, die Ihren politischen Ambitionen schaden könnten, als dass der Boulevard das für Sie übernimmt. Und seien Sie sicher: Das Interesse an Ihrer Vergangenheit wächst mit dem Grad Ihrer Bekanntheit.

