Politische Kommunikation im Web 2.0

24.02.2009 | von Harald Link | Kategorie: Politik

Nach dem Wahlerfolg von Barack Obama in den Vereinigten Staaten haben die Analysten genau hingeschaut. Als wesentlichen Erfolgsfaktor haben sie die Online-Aktivitäten des Wahlkampfteams identifiziert. Und dies zurecht. Wie kein anderer Politiker zuvor hat der heutige US-Präsident (natürlich in erster Linie seine Strategen und sein Team, nicht er selbst) auf Kontakte gesetzt, die sich über die verschiedenen “Social Networks” ergeben – also über Angebote und Dienste im Internet, mit deren Hilfe Menschen miteinander in Kontakt treten und, ganz wichtig, sich austauschen und ihre Meinung kund tun können.

Daraus haben auch die Politiker hierzulande gelernt. Nahezu jeder hat heute seine eigene Internetseite, wobei sich über Qualität und Aktualität ausgiebig diskutieren ließe. Manch einer bloggt auch. Mittlerweile haben viele ein Profil angelegt bei Diensten wie Facebook, LinkedIn oder Xing. Sie lassen uns an ihren Terminen und Veranstaltungen auch “im Bild” teilnehmen, über Flickr oder andere Web-Bilderdienste.

Der neueste Trend: Twitter. Microblogging ist ein Muss, wenn man möglichst direkt mit (jungen) Menschen kommunizieren möchte. Die potenziellen Wähler sehen das Engagement der Politiker – so es sich denn wirklich um die genannte Person handelt und nicht um ein Fake oder die Pressestelle, die “so tut als ob …” -sehr gerne. Denn die Begrenzung auf maximal 140 Zeichen pro Tweet (so nennt man eine Twitter-Nachricht) lässt kaum Platz für hohle Polit-Phrasen. Man kommt auf den Punkt, man kann sich “mit denen da oben” direkt unterhalten, und: Man wird ernst genommen!

Ob und wie weit sich twittern für das persönliche Kommunikationsverhalten eignet, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Tatsache ist jedoch, dass die Zahl der Twitter-Nutzer rasant wächst. Und dass es besser ist, sich jetzt mit diesemThema zu beschäftigen und nicht erst in ein bis zwei Monaten. Denn wer erst kurz vor dem Wahltermin aktiv wird, wird schnell entlarvt und macht sich lächerlich. Auch so etwas geht schnell bei Twitter.

Führend im Einsatz von Twitter ist derzeit übrigens die FDP, der fleißigste Twitterer ist Volker Beck von den Grünen, hat Nielsen Media herausgefunden (weitere Infos: http://tinyurl.com/b4dw79/ ). Wobei in diesem bericht auch deutlich wird: Nicht überall, wo ein Politiker draufsteht, “ist auch ein Politiker drin”. Wenn Sie wissen möchten, welcher deutsche Politiker derzeit twittert (auf Bundesebene), dann können Sie dies hier nachlesen: http://tinyurl.com/5r6lko/ .

Die Anmeldung bei Twitter ist übrigens kostenfrei. Es spricht also nichts dagegen, sich anzumelden und die Sache auszuprobieren. Eine Anmeldung ist auch deshalb ratsam, um den entsprehchenden Nutzername für sich selbst oder für die (Partei-)Organisation rechtzeitig zu reservieren, bevor dies jemand anderer tut …

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