Wahlen gewinnen – mit der richtigen Strategie

26.01.2009 | von Harald Link | Kategorie: Politik

Wer Wahlen gewinnen oder zumindest ein achtbares Ergebnis erzielen möchte, der sollte sich – lange, bevor das Bemühen um die Wählerstimmen beginnt – Gedanken über die richtige Strategie machen. Da Ressourcen in der Regel knapp sind, ist es umso wichtiger, Zeit, Geld und Personal effektiv einzusetzen. Dies gelingt nur, wenn die Zielrichtung des Wahlkampfs klar definiert und allen Beteiligten bekannt ist.

Gehen wir davon aus, Sie haben sich entschlossen, sich um ein Mandat zu bewerben – ob in Ihrer Kommune, im Landkreis, im Bundesland, für den Bundestag oder für das Europäische Parlament, spielt zunächst keine Rolle. Wofür stehen Sie? Was sind Ihre Kernthemen? Was sind Ihre Stärken, was ihre Schwächen? Sind Sie einem größeren Personenkreis bereits bekannt, oder sind Sie “neu im Geschäft”? Auf welche Unterstützer können Sie bauen, organisatorisch, finanziell und in der politischen Diskussion? Klären Sie diese Fragen, denn Sie sind entscheidend für die Konzeption Ihres Wahlkampfs.

Ebenso wichtig: Wer sind Ihre Zielgruppen? Von wem möchten Sie gewählt werden, und mit welchen Kernbotschaften lässt sich dies erreichen?

Zu Beginn der Planung Ihres Wahlkampfs steht das Sammeln von Daten. Wie wurde bei den vergangenen Wahlen im Wahlkreis gewählt? Schlüsseln Sie die Ergebnisse, soweit Ihnen dies möglich ist, nach unterschiedlichen Kriterien auf: regional/lokal, nach Altersgruppen und Geschlecht, nach Einkommen … versuchen Sie einfach, so viel wie möglich Datenmaterial über diejenigen Personen zu erhalten, die Sie potenziell wählen könnten (Quellen: die jeweiligen Wahlleiter, Zeitungen, Statistische Landesämter, Statistisches Bundesamt www.destatis.de, Daten der Einwohnermeldeämter, Archive der Parteien und Wählergruppierungen …). 

Dann müssen Sie eine Entscheidung fällen, die vor allem Polit-Neueinsteigern oft schwer fällt: Vergessen Sie all diejenigen Wähler, die Sie ohnehin nicht wählen werden. Es ist vergebliche Liebensmüh, im Kernland der gegnerischen Partei allzu viele Ressourcen zu verschwenden. Verwenden Sie alle Kraft auf diejenigen Wähler, bei denen eine realistische Chance besteht, dass Sie von ihnen gewählt werden. Der Wahlkampf ist nicht die Zeit für politische Grundsatzdebatten (zu den Ausnahmen hiervon kommen wir noch). Wahlkampf ist die Zeit, in der es darum geht, möglichst viele Wähler hinter sich zu bringen. Das klingt berechnend – und das ist es auch, dessen muss man sich bewusst sein. Ihre politischen Vorstellungen können Sie (erst) dann verwirklichen, wenn Sie in das entsprechende gremium oder Parlament eingezogen sind. Also gilt es, alle Energie genau darauf zu verwenden.

Bei der Planung Ihrer Wahlkampfstrategie sollten Sie folgende Punkte unbedingt berücksichtigen:

  • Sie sollten Aufmerksamkeit erregen, und zwar im positiven Sinn.
  • Sie sollten Ihre Botschaften klar (inhaltlich) und einheitlich (gestalterisch) präsentieren.
  • Sie sollten wenige Kernaussagen als roten Faden für die gesamte Kampagne festlegen.
  • Sie sollten sich deutlich von Ihren Mitbewerbern unterscheiden.
  • Sie sollten versuchen, möglichst viele Kontakte zu Wählern (und Medien) herzustellen und diese Kontakte möglichst (oft) wiederholen.

Diejenigen Personen, die Ihnen zum Wahlerfolg verhelfen - sprich: Ihre Wähler! -, müssen Sie während Ihres Wahlkampfs intensiv und mehrfach wahrnehmen. Wenn Sie dies bei Ihren Planungen berücksichtigen, haben Sie eine erfolgreiche strategische Grundlage für Ihren Wahlkampf gelegt.

> Nächste Folge: Die inhaltliche Planung

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